Erschienen im November 2016:

 

Michael Schwerdtfeger

Jagua - Tattoos aus dem Regenwald

1. Auflage 2016

144 Seiten, Softcover

114 Farbabb., 12 SW-Abb.

ISBN: 978-3-89432-148-2

24,95 €

(Kaum zu glauben: Vor einem Jahr konnte ich noch kaum outen, dass ich auf Tattoos stehe, und jetzt habe ich schon ein Buch über temporäre Tattoos geschrieben !  ;-)

http://www.neuebrehm.de/buecher/750-jagua-tattoos-aus-dem-regenwald

Leseprobe:

http://www.neuebrehm.de/uploads/books/750/Jagua_Tattoos_Leseprobe_150dpi.pdf

 

Herzlich willkommen auf meiner neuen Seite Genipatattoo

(alle Bilder sind durch Draufklicken zu vergrößern!)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Bastian Frank
Foto: Bastian Frank

Die Sache mit den Genipa-Tattoos  (Genipa oder Jagua, oder Huito, oder Jenipapó) ist so cool und so abgefahren, dass sie sicher bald sehr bekannt und berühmt werden wird. Viele Künstler und auch „Künstler“ werden sich dann darüber hermachen, und es wird viel Gutes und Mittelmäßiges darüber im Netz geben.

 

Hier eine der ersten Seiten zu Genipa – voller Spaß und Leidenschaft für das Bunte und Schöne, die Kunst und die Tattoos, die Biologie und die Große Vielfalt der Schöpfung.

...den geliebten Regenwald immer dabei... !
...den geliebten Regenwald immer dabei... !

Was ist Genipa ?

 

Genipa americana ist der botanische Name für eine Baumart aus der Familie der Rötegewächse, die in den tropischen Wäldern Mittel- und Südamerikas wächst (mehr unter : Genipa botanisch). In ihrem großen Verbreitungsgebiet trägt die Pflanze viele Namen wie z.B. Huito (Ecuador), Jagua (Peru) oder Jenipapó (Brasilien).

"Naturburschen-Tattoo" mit Genipa
"Naturburschen-Tattoo" mit Genipa

 

In den USA wurde sie unter dem Namen Jagua bekannt und kommt unter dieser Bezeichnung langsam auch zu uns.

(Achtung: nicht verwechseln mit dem JaguaR, der schönen Großkatze Amerikas, der wird am Ende mit R"R" geschrieben!  ;-)

Foto: Bastian Frank
Foto: Bastian Frank

 

Viele indigene Völker Mittel- und Südamerikas nutzen die Pflanze für alles Mögliche (mehr unter: Genipa kulturell

... auf nach Wacken !   ;-)
... auf nach Wacken ! ;-)

 

Aber vor allem kann man geile Tattoos damit machen!

 

Der an sich farblose Saft geht im Laufe von 48 Stunden mit den Eiweißen der obersten Hautschicht (Epidermis) eine chemische Reaktion ein und macht ein blauschwarzes Tattoo, das ca. 2 Wochen hält!

Foto: Bastian Frank
Foto: Bastian Frank

Was ist Genipa für uns?

 

Diesen Stoff schenkt uns Mutter Natur, um Spaß damit zu haben!

 

Tattoos sind schon etwas sehr cooles. Vielleicht lassen wir uns irgendwann ein echtes stechen – hoffentlich nach reiflicher Überlegung, damit es auch wirklich schön ist und zu uns passt.

Foto: Bastian Frank
Foto: Bastian Frank

 

Bis es soweit ist, haben wir mit Genipa die sagenhafte Möglichkeit, ein „Probe-Tattoo“ zu tragen: wir können ausprobieren, wie wir uns mit Tattoo fühlen (und lass dir sagen: du wirst überrascht sein !), wie unser Umfeld reagiert, wie es sich an der gewählten Stelle nach Bedarf zeigen oder verstecken lässt, ob es Freund oder Freundin gefällt etc.

 

Wir haben 2 Wochen Zeit zu testen, ob Motiv, Größe, Stil oder Körperstelle das Richtige sind und zu uns passen, danach können wir modifizieren und nachbessern.

Wäre Genipa bekannter, dann gäbe es bestimmt weniger doofe echte Tattoos.

 

Jeder Mensch ist anders, zeichnet anders und mag andere Motive und Stilrichtungen - mit Genipa können wir alles mögliche ausprobieren.

Foto: Fabian Mühlberger
Foto: Fabian Mühlberger

Und denkt an den Spaß-Faktor: Ihr könnt damit herrlich eure Kumpels verarschen: Wenn das Tattoo gelungen ist und die Story überzeugend rüberkommt, werden sie es euch abkaufen!

Dieses Tattoo hat wirklich nicht jeder:  eine Geißelspinne der Gattung Charinus.
Dieses Tattoo hat wirklich nicht jeder: eine Geißelspinne der Gattung Charinus.

Aber Mutti oder vor allem Omi solltet Ihr nicht zu viel zumuten !  ;-)

 

 

Oder ihr könnt – mit und ohne Karneval -  mal in die Rolle eines Seemanns, Piraten, Rockers oder „Bad Boy“ schlüpfen.

Wie wird’s gemacht?

 

Als erstes braucht ihr jemanden, der so nett ist, dass ihr ihn an eure Haut lassen mögt und der einigermaßen gut zeichnen kann. Sich selber ein schönes, gelungenes Tattoo auf die eigene Haut zu zeichnen, das ist dann schon eher eine Herausforderung für Fortgeschrittene!

Mit dem Werkzeug haben wir es einfacher als die Indigenas im Urwald mit ihren Holzstäbchen und Grashalmen: Wir tragen den Saft aus einer kleinen Plastikflasche mit einer dünnen Zeichenspitze auf. Bei unserem Genipa-Produkt ist der wasserklare Saft in einem biologischen Xanthan-Gel gebunden, so dass er nicht rinnt, tropft und davonläuft, sondern gut haftet.

das Gel frisch aufgetragen...
das Gel frisch aufgetragen...

Das aufgetragene Gel ist nach ca. einer halben Stunde trocken; dann können wir es mit dunkler, locker fallender Kleidung bedecken. Es muss dann mindestens 2 Stunden einwirken, bevor wir es abwaschen können (Genipa-Lovers nehmen ihr neues Tattoo auch mit ins Bett und waschen es erst am nächsten Morgen ab.

...und nach 2 Tagen ist das Tattoo entwickelt.
...und nach 2 Tagen ist das Tattoo entwickelt.

Aber Vorsicht: wenn du im Schlaf dein müdes Haupt auf den frisch tätowierten Arm legst, hast du dann für 14 Tage den spiegelbildlichen Abdruck des Designs auf der Wange! Das will man eher nicht! Also mit Langarmshirt o.ä. schlafen oder sonst wie mit Stoff bedecken!)

Je nach Hautkonsistenz kann es passieren, das das trockene Gel sich in Flocken löst und abbröselt. Auch diese Flöckchen hinterlassen blaue Sprenkel!

Wenn du dann das Gel abgewaschen hast, siehst du erstmal fast nichts und denkst, dass es überhaupt nicht funktioniert hat! Aber das ist völlig normal, es dauert ein bis höchstens zwei Tage, bis die Farbe voll entwickelt ist. Es ist immer wieder krass, wie im Laufe von Stunden aus dem Nichts das Tattoo sichtbar wird.

Die zwei Tage Entwicklungszeit musst du einplanen, wenn du mit deinem Tattoo einen "Auftritt" planst: Am sattesten ist die Farbe zwischen dem dritten und dem zehnten Tag.

Ein sehr schönes polynesisches Motiv! (Design und Ausführung: David & Anna Schomberg)
Ein sehr schönes polynesisches Motiv! (Design und Ausführung: David & Anna Schomberg)

 

Vorsicht: Gib dir wirklich, wirklich Mühe!

 

Denn das Zeug hat Power!

Beim Zeichnen brauchst du eine ruhige Hand, Liebe und Hingabe. Denn drauf ist drauf – für 2 Wochen. Fehler und Kleckse muss man innerhalb von Sekunden wegwischen und ausbessern. Und überleg dir, in welche Richtung du arbeitest, damit du nichts verschmierst.

Flecken auf der Kleidung sind nicht das Thema, da die Blaufärbung eine chemische Reaktion mit den Eiweißen der Haut ist und Baumwolle oder Synthetics keine enthalten (nur echte Seide besteht aus dem Spinnsekret von Insekten und damit aus purem Protein – aber ich stelle mir die Leser dieser Seite eigentlich nicht in Seide gewandet vor.

 

Schönes Design, aber Fehler beim Auftragen: hier sind in den schwarzen Flächen Lücken geblieben.
Schönes Design, aber Fehler beim Auftragen: hier sind in den schwarzen Flächen Lücken geblieben.

Jedes Kleckern, Verschmieren und jeder unbemerkte Spritzer entwickelt sich unbarmherzig zu einem blauen Fleck – und so sicher, wie er nach 14 Tagen verschwunden ist, so sicher bekommt man ihn vorher nur mit dem Flammenwerfer weg. Und es muss ja nicht zwei Wochen lang jeder deinen blau gesprenkelten Händen ansehen, dass du ein Genipa-Künstler bist!

Hier ist die Ausführung besser. Das Tattoo ist noch frisch, es wird noch etwas dunkler.
Hier ist die Ausführung besser. Das Tattoo ist noch frisch, es wird noch etwas dunkler.

 

 "Technisch" stehen wir mit der Genipa-Kunst noch ganz am Anfang! Aber auch, wenn es "nur" ein Genipa-Tattoo ist: Man sollte sich trotzdem Mühe mit der Ausführung geben, denn du lebst vierzehn Tage lang mit deinem Tattoo, und es könnte sein, dass es eine Beziehung zu dir aufnimmt und du anfängst, es gern zu haben ;-)

Perfekte Ausführung von Anna Schomberg!
Perfekte Ausführung von Anna Schomberg!

 

Ein perfekt ausgeführtes Tattoo ! Es ist noch ganz frisch, wenn es voll entwickelt ist, kauft dir das jeder als echt ab!

Die Motive

(das hier gilt jetzt ganz genauso für echte Tattoos!)

 Ein paar Tipps und Ideen: Jedes Tattoo kann nur so schön sein wie sein Träger. Ein knallhartes Skull- oder Trash-Motiv oder ein Skorpion in Angriffshaltung auf einem blassen, dünnen Ärmchen wirkt doof! Und ein florales oder zu kleines Motiv auf einem echten Kerl… naja, seltsam. 

 

Und wer den berühmten American Eagle oder ein anderes, breites, quer orientiertes Motiv will, sollte überlegen, ob Oberarm oder Brust dafür mächtig genug sind. Bei schmalen und hochkanten Motiven haben wir mehr Spielraum.

 Ein Urlaubs-Tattoo für die Dauer einer Costa-Rica Reise!
Ein Urlaubs-Tattoo für die Dauer einer Costa-Rica Reise!

Bei den Mädels bietet die natürliche Schönheit von Schulter, Bein, Hand- oder Fußgelenk genug Inspiration für jede Menge Florales, Filigranes, Feminines.

     (...Neid...  ;-)
(...Neid... ;-)

Bei den Jungs wirkt alles automatisch gut, was die Konturen der Muskeln unter-streicht. Darauf beruht ja die kraftvolle Wirkung polynesischer Tribals, z.B. bei Oberarm-Sleeves, die das Trio von Deltoideus, Trizeps und Bizeps umspielen. Alternativen sind Pectoralis und Gastrocnemius. (Wenn du aber weder Arme, noch Brust, noch Wade hast, dann ist es vielleicht ohnehin Zeit, etwas über Fitness nachzudenken. Keine Angst - fang an: Fit sein fühlt sich gut an, und man bekommt obendrein Komplimente!)

Wo ist der Haken? Es muss doch einen Haken geben?!

 

Offenbar nicht! Wie gesagt: Mutter Natur schenkt uns Genipa anscheinend als völlig unbedenkliches Gimmick für harmlosen, kreativen Körperschmuck. Gesundheitliche Schäden sind im Gegensatz zum so genannten  „Black Henna“ unbekannt. Viele Indigene Mittel- und Südamerikas schmücken sich ihr Leben lang mit Genipa, und die Angehörigen der Kayapó in Brasilien sind häufig großflächig eher blau als rot.

Natürlich sind heutzutage manche Leute gegen die erstaunlichsten Dinge allergisch, selbst gegen schönste Gottesgaben wie Äpfel, Erdbeeren oder Nüsse. Daher ist auch eine allergische Reaktion auf das Naturprodukt Genipa nicht ausgeschlossen – kennengelernt habe ich allerdings noch keinen Fall.

Manchmal kann es etwas jucken, wenn die Farbe sich entwickelt und die wilde Power des tropischen Regenwaldes in deiner Haut ihre magische Wucht entfaltet. Nicht kratzen! Streichele deinen Jagua(r)!

Dieses Tattoo ist von Ausführung und Sitz perfekt - aber leider zu hell geblieben  ;-(
Dieses Tattoo ist von Ausführung und Sitz perfekt - aber leider zu hell geblieben ;-(

 Funktioniert es immer?

 

Das ist leider das Problem: Der Jagua(r) gehört eben nicht zu den Hunden, sondern zu den Katzen, und die kommen bekanntlich nicht auf Befehl zu dir, sondern nur, wenn sie selber wollen. Manchmal bleibt die Färbereaktion fast aus! Es ist immer wieder spannend, faszinierend und fast etwas „feierlich“, wenn sich nach dem Abwaschen des Gels wie durch einen geheimnisvollen Schamanenzauber das Tattoo entwickelt – oder eben auch nicht!

auch mal schick:  der Baum Gondors.... nur leider nicht wirklich dunkel geworden  ;-(
auch mal schick: der Baum Gondors.... nur leider nicht wirklich dunkel geworden ;-(

 

Niemand weiß bisher, woran es liegt, dass sich einmal ein tief blauschwarzes, selbstbewusstes, hammergeiles Tattoo entwickelt, das uns jeder als echt abkauft, und ein andermal bleibt es bei einem müden „Kugelschreiber-blau“.

 

Was waren denn das für "Vibrations" ?! So schwarz ist es noch nie geworden !
Was waren denn das für "Vibrations" ?! So schwarz ist es noch nie geworden !

 

Liegt es am PH-Wert der Haut? An der physischen Grundverfassung oder der Tagesform? Den "Tagen"? Oder deinen „Vibrations“?… Ich habe noch keinen Zusammenhang feststellen können, bisher wissen es sozusagen nur die Geister des Regenwaldes.

 

Manchmal wird es blau....
Manchmal wird es blau....

Es gibt um Genipa noch viele dermatologische Rätsel zu lösen: Warum wird es manchmal richtig schwarz, manchmal schwarzgrau, manchmal leuchtend blau - und manchmal gar nicht ?

... manchmal sogar unterschiedlich in ein- und demselben Tattoo !
... manchmal sogar unterschiedlich in ein- und demselben Tattoo !

 

Irgendwie  führt der Jagua(r) ein Eigenleben. Aber das ist ja auch das Spannende daran.

Genipa ist eben nicht einfach ein "Edding" (der hält ja auf der Haut auch ein paar Tage!), sondern irgendwie etwas Magisches aus dem Regenwald.

Kann es passieren, dass das Genipa-Tattoo nicht komplett verschwindet?

 

Ausgeschlossen. Die menschliche Haut ist in mehrere Schichten aufgeteilt, von denen die oberste, die Epidermis, sich ständig Zelle für Zelle erneuert, abgestoßen und nachgebildet wird. 

Beim echten Tattoo bringt die Nadel das Pigment 0,5 bis 1,5 mm unter die Oberfläche, also unter diese sich erneuernde Schicht. Die Genipa-Färbung betrifft aber nur die Epidermis und wächst daher unweigerlich innerhalb von ca. 14 Tagen heraus. Ihr könnt euch darauf verlassen: 2 Wochen und regelmäßiges Duschen hat noch kein Genipa-Tattoo überlebt.

 

Das alles ist doch mehr als abgefahren, oder ?!

 

Nach einem Dreivierteljahr Selbstversuchen und "Tattoo-Sessions" mit meinen netten und tollen "Models" (Herzlichen Dank Euch allen! Ich bin sehr stolz auf Euch!) habe ich noch nichts Negatives, Gefährliches oder Bedenkliches mit Genipa erlebt oder davon gehört. Es macht einfach nur Spaß!

 

Neugierig geworden ? Interesse an einem Vortrag, einer "Auftragsarbeit" oder gar einem coolen "Zeichenworkshop" ? Dafür gibts Email  ;-)

 

Hier der unvermeidliche

Disclaimer (Haftungsausschluss):

Die Ratschläge, Anwendungen und Tipps auf dieser Seite wurden von mir gründlich recherchiert und in der Praxis vielfach erprobt. Dennoch muss jeder selbst entscheiden, ob er diese Ratschläge umsetzt. Ich übernehme keine Verantwortung für eventuell entstehende Nachteile oder Schäden, die sich aus den auf der Seite gegebenen praktischen Hinweisen ergeben könnten.

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